Ummendorf/sz Die Gemeinde Ummendorf hat gestern die neue Mehrzweckhalle offiziell eingeweiht und mit einem Tag der offenen Tür an die Bevölkerung übergeben. Symbolisch bekam Bürgermeister Klaus B. Reichert von Architekt Hans-Peter Klingler dafür einen großen Schlüssel überreicht. Die Halle ist mit rund 5, 7 Millionen Euro im geplanten Kostenrahmen geblieben, allerdings wurde die vorgesehene Bauzeit um rund ein halbes Jahr überzogen. Insgesamt wurde an der neuen Halle, die vorwiegend der Kultur, aber auch dem Ummendorfer Vereins- und Schulsport dienen soll, knapp zwei Jahre gebaut.

Es ist ein Schmuckstück geworden. Dem Ertinger Architektenbüro Schirmer und Partner mit Hans Peter Klingler an der Spitze ist ein Bauwerk gelungen, das modernen Ansprüchen genügt, sich aber auch gut in die oberschwäbische Landschaft anpasst. Die alte Turn-und Festhalle, die an diesem Standort untergebracht war, musste vor allem aus brandschutzrechtlichen Gesichtspunkten weichen. „Wir wollten zuerst sanieren, dann haben uns aber alle Fachleute überzeugt, dass diese keinen Sinn mache“, erinnerte sich Reichert an die Anfänge der Planungsphase. Der Gemeinderat habe sich sehr intensiv – und das über zwei Perioden hinweg – mit dem Projekt beschäftigt und gleich zu Beginn die Vereine mitgenommen und in die Planungen miteinbezogen. „Darüber sind wir sehr dankbar, denn die neue Halle wird erst durch die Vereine mit Leben erfüllt“, sagte stellvertretend für die Vereine, der Vorsitzende des Ummendorfer Musikvereins, Herbert Lang.

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Architekt Hans-Peter Klingler (links) über gab den symbolischen Schlüssel für die neue Mehrzweckhalle an
Ummendorfs Bürgermeister Klaus B. Reichert und bedankte sich für die hervorragende Zusammenarbeit.
(Foto: SZ- Michael Mader)

5000 Stunden im Einsatz

Der Musikverein untermalte gemeinsam mit dem Männergesangverein die Einweihungsfeier der Halle. Rund 5000 Arbeitsstunden und rund 120 000 Euro –finanziert aus Krediten, Spenden und Mitgliedsbeiträgen – hat der Musikverein in den hinteren Trakt der Halle gesteckt. „Die Gemeinde hat uns sozusagen nur die äußere Hülle zur Verfügung gestellt, das Innenleben konnten und mussten wir selbst stemmen und gestalten“, erklärte Herbert Lang. Dort sind die Proberäume für das gesamte 70-köpfige Orchester sowie kleinere Räume für Einzel- und Gruppenunterricht untergebracht.

Bürgermeister Reichert brachte in seiner kurzen Ansprache seine Freude zum Ausdruck, dass das Projekt in Abwicklung und Umsetzung sehr gut geworden ist. Reichert betonte nochmals den Schwerpunkt Kultur, die in der Halle stattfinden soll, aber auch der Sportverein mit nahezu 1400 Mitgliedern bekomme neue Möglichkeiten zur Erweiterung des Angebots. Ungewöhnlich groß gebaut hat man die Bühne und auch das Foyer der Halle, um auch bestimmte Veranstaltungsarten nicht von vorn herein ausschließen zu müssen. Im Foyer soll künftig auch die Schülerspeisung der Umlachschule über die Bühne gehen. „Auch hier haben uns die Vereine bei der Planung sehr unterstützt“, so Reichert.

Diesen Ball nahm Architekt Hans-Peter Klingler gern auf. Er verglich den Bau der Halle mit dem Ziel einer guten Fußballmannschaft mit guten Spielern, Betreuern und Trainern. Im Frühjahr 2014 wurde durch den Abriss der alten Halle das Spielfeld geebnet. Klingler lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Musikverein, aber auch mit dem Gemeinderat, der die meisten Vorlagen der Architekten einstimmig bewilligte. Zudem habe das Zusammenspiel mit dem Bürgermeister, der die Verantwortung für das Projekt übernommen hatte, sehr gut funktioniert: „Wir haben zusammen großes Spielverständnis bewiesen während der vergangenen zwei Jahre.“

Nachhaltigkeit und geringer Ressourcenverbrauch waren neben dem Einhalten des Kostenrahmes die wichtigsten Ziele beim Bau der neuen Halle, so der Bürgermeister. So speist etwa ein eigenes Blockheizkraftwerk die Halle mit Energie. Bevor die Bevölkerung die Gelegenheit zur Besichtigung hatte, segneten die evangelische Pfarrerin Andrea Luiking und ihr katholischer Amtskollege Jürgen Sauter die Halle. Gemeinschaft und Gemeinwohl werde in dieser Halle gelebt, gaben die beiden Geistlichen den Ummendorfer mit auf den Weg.