Ummendorf / sz Die Ummendorfer Musiker beherrschen nicht nur ihre Instrumente, sie können auch mit Schlagbohrmaschine, Säge und Wasserwaage umgehen. Diese Fähigkeiten sind zurzeit gefragt: Der Musikverein Ummendorf baut für das Blasorchester und die Ausbildung des Nachwuchses neue Proberäume aus. Ein gewaltiges Unterfangen, das viel Einsatz verlangt und eine Menge Geld kostet.

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Für die Verantwortlichen war es dennoch keine Frage, dass sie die Gelegenheit ergreifen, die sich durch den Neubau der Mehrzweckhalle in Ummendorf ergibt. Denn über die bisherige Situation im Keller der Schule sagte der Moderator Reinhold Hörnle beim Frühjahrskonzert: „Stellen Sie sich vor, Sie stehen mehrere Stunden in der Woche neben einem Presslufthammer – ohne Gehörschutz.

Schlechte Akustik

Das sind Dezibel-Bereiche, die in unserem derzeitigen Proberaum durch schlechte akustische Bedingungen während einer Probe üblich sind.“ Hinzu kommt, dass der Umfang des Übungsbetriebs zugenommen hat. Außer dem Blasorchester und den vereinseigenen Nachwuchsgruppen erhalten jede Woche rund 50 Kinder und Jugendliche Instrumentalunterricht. Nach Gesprächen mit dem damaligen Vorsitzenden Josef Kuhn bezog die Gemeinde den Wunsch des Musikvereins in ihre Planungen ein und lässt die neuen Proberäume in der Halle bis zum Stadium des „veredelten Rohbaus“ erstellen, wie Bürgermeister Klaus Bernd Reichert zu sagen pflegt. Den Ausbau übernehmen die Musiker selber. Schon in der Planungsphase war der Sachverstand der vereinsangehörigen Baufachleute gefragt: Außer der Lage des Probelokals spielte für die Musiker in den unzähligen Sitzungen mit Ingenieuren und Architekten der Aspekt der Akustik eine „ganz wesentliche“ Rolle. Und seit März, seitdem der Rohbau der Halle steht, heißt es Anpacken: Alois Lerner, Anton Mayer, Simon Rothenhäusler, Klaus Lang und Andreas Lerner planen jeweils ein eigenes Gewerk, bestellen die nötigen Materialien und koordinieren die Arbeitseinsätze der Vereinsmitglieder.

In Abstimmung mit den Profis, die die gesamte Halle bauen, kommen die Musiker manchmal abends unter der Woche und an unzähligen Samstagen, um Fliesen und Fußbodenbeläge zu legen, die Deckenverkleidung anzubringen und Schalldämmelemente herzustellen. Die einen greifen zum Malerpinsel, die anderen zum Besen, wieder andere verputzen oder legen bei den Sanitär- und Elektroinstallationen Hand an. Alle 70 Aktiven des Blasorchesters machen mit, auch die Frauen und viele, die keine Heimwerker sind. Darauf legt der Vereinsvorsitzende Herbert Lang Wert: „Ich sage zu meinen Baufachleuten, bitte schaut drauf, dass alle die Gelegenheit haben mitzumachen.“ Die Planungen sehen mehrere Tausend Stunden an Eigenleistungen vor – im Gegenwert von 120000 Euro.

Doch damit ist es nicht getan. So betragen die Materialkosten etwa 140000 Euro. Die Vereinsmitglieder tragen selber zur Finanzierung bei: Mit dem Bauvorhabens beschloss die Mitgliederversammlung zugleich einen Mitgliedsbeitrag, den es vorher nicht gab. Trotzdem musste der Verein einen Kredit über 70000 Euro aufnehmen. „Spenden helfen uns, diesen Kreditbetrag zu reduzieren“, sagt der Vorsitzende Herbert Lang. Die Mitglieder trügen schon eine Doppelbelastung: „Sie zahlen nicht wenig und haben die Arbeitsbelastung.“ Darum sind die Musiker über Unterstützung froh. Sie haben schon etwas gesammelt, darunter eine ganz außergewöhnliche Einzelspende von Renate Neudeck. „Aber wir sind noch lange nicht am Ende“, sagt Herbert Lang.

Angetrieben werden die Musiker durch das Anliegen, junge Menschen für Musik zu begeistern, und einen großen Teamgeist. Schließlich wirken im Musikverein 14-Jährige und 74-Jährige zusammen, müssen sich in Lautstärke und Tempo abstimmen und immer den gemeinsamen Ton treffen.

Wer spenden möchte kann Geld auf dieses Spendenkonto überweisen: IBAN: DE97 6546 1878 0060 4470 36 bei der Raiffeisenbank Riss-Umlach eG (BIC: GENODES1WAR). Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Ab Spendebeträgen von 500 Euro werden die Geldgeber namentlich auf der Spendenwand im Probelokal verewigt.