Am vergangenen Freitag nahm der Musikverein Ummendorf wie jedes Jahr viele Kinder allen Altersklassen sowie deren Eltern mit auf die Reise in die Welt eines Kinderromans. Nils Holgersson, nach dem Roman von Selma Lagerlöf, handelt von einem kleinen Jungen, der in Schweden auf einem Bauernhof aufwächst. Er wird von einem Wichtelmännchen verzaubert und klein geschrumpft. Nachdem er den Gänserich Martin trifft, beginnt ein großartiges Abenteuer für Nils, das damit endet, dass Nils schließlich doch wieder zum Mensch wird und seine Eltern damit überglücklich macht. Der Musikverein Ummendorf vertont dieses Kindermärchen nach dem hervorragenden Auftritt der Bläserklasse 4 der Umlachtal-Grundschule Ummendorf (in rot im Bild) unter der Leitung von Martina Rimmele anhand von vielen Bildern. Zwischen den musikalischen Einlagen des Musikvereins erzählte Martina Rimmele auf einzigartige Art und Weise diese spannende Geschichte und schaffte es spielend, die vielen Kinder nach Schweden in die Welt von Nils Holgersson und den Gänserich Martin zu entführen. Am Ende durften alle interessierten Kinder die Instrumente noch nach Belieben ausprobieren.

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Am vergangenen Samstag fand in der Dürnachhalle in Ringschnait das Jubiläumskonzert des Musikverein Ummendorf statt. Anlässlich 140 Jahre gemeinsamen Musizierens war die Dürnachhalle prall gefüllt und das Jugendblasorchester Ochsenhausen-Ummendorf eröffnete mit den Stücken Free World Fantasy von Jacob de-Haan sowie Chicago Festival von Markus Götz eindrucksvoll diesen musikalischen Abend. Als Zugabe spielte das Jugendblasorchester das Medley Tarzan mit Titeln der hinreißenden Filmmusik von Phil Collins. Danach setzten die MusikerInnen des Blasorchesters Ummendorf unter der Leitung von Dirigentin Martina Rimmele gekonnt die wichtigsten Stationen und Ereignisse in der Geschichte des Vereins in Szene. Mit lustigen und interessanten Anekdoten aus der Vereinsgeschichte führte Reinhold Hörnle durch das abwechslungsreiche Programm, welches mit zwei Märschen, In Treue fest von Carl Teike und dem Regimentsgruß von Heinrich Steinbeck, begann. Mit letzterem nahm der Musikverein zum bisher einzigen Mal an einem Marschwettbewerb teil. Mit der weltbekannten Ouvertüre Dichter und Bauer von Franz von Suppé bewiesen die Musikerinnen und Musiker des Holzregisters ihre flinken Finger bei atemberaubend schnellen und langen Läufen. Theresa Waibel am Altsaxophon begeisterte die Zuschauer durch viele sehr anspruchsvolle Soli, die sie souverän und mit beeindruckendem Gefühl für ihr Instrument von sich überzeugte.
Darauf folgten die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft und Engagement im Musikverein Ummendorf. Natalie Kiekopf (3. v. li.) wurde für 10 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der Ehrennadel in Bronze vom Blasmusik-Kreisverband geehrt. Ramona Hermann (4. v. li.) wurde für bereits 20 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt und erhielt die Ehrennadel in Silber. Thomas Bühler (5. v. li.) wurde für 20 Jahre aktives musizieren mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. Für unglaubliche 60 Jahre aktive Mitgliedschaft würdigte der Kreisverband den Trompeter Konrad Schlay (6. v. li.) mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant und der Aufschrift „60“ sowie einer Urkunde. Der Ehrenvorsitzende Josef Kuhn (2. v. li.), der fast 20 Jahre lang die Geschicke des Musikvereins geleitet hat und unter anderem den beliebten Rosenmarkt im Schlossgarten ins Leben gerufen, sowie das Kreismusikfest 1999 geleitet hat, wurde dafür mit der Fördermedaille in Gold sowie einer Urkunde von Walter Schiele (1. v. li.), stellv. Vorsitzender des Blasmusikkreisverbandes, bedacht, der die Ehrungen vornahm.

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Nach den Ehrungen wurde der Teil III „Fiesta“ aus der Suite International von Willi Löffler musikalisch interpretiert, denn dieses Stück wurde vom Musikverein 1970 uraufgeführt.
Danach wurden die vielen Zuschauer mit auf See genommen, denn der Musikverein gab Titanic von Stephan Jaeggi zum Besten und vertonte damit die Schicksalsfahrt des als unsinkbar geltenden Passagierschiffes. Besonders überzeugend waren die Soli der Klarinettistin Natalie Kiekopf, die es in professioneller Art und Weise durch ihre Ton- und Klangkultur sowie ihr musikalisches Ausdrucksvermögen schaffte, das Publikum in ihren Bann zu ziehen und mit auf die Titanik zu nehmen.
Den ebenfalls anwesenden ehemaligen Dirigenten Robert Stolz dürfte es gefreut haben, Portrait of a City von Philipp Sparke gehört zu haben, denn mit diesem Stück gab der Musikverein beim Kreismusikfest in Burgau 2004 sein erfolgreiches Debüt in der Höchststufe.
Armenian Dances von Alfred Reed ist für alle MusikerInnen ein ganz besonderes Stück, da der Musikverein beim Kreismusikfest 2008 in Ingoldingen damit bei der Orchesterwertung in der Höchststufe 98,3 von 100 möglichen Punkten und damit das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte erzielte. Wiederum bestach das Orchester durch spektakulär eingesetzte Lautstärkestufen vom kaum hörbaren Pianissimo bis zum grandiosen Finale im Fortissimo.
Nachdem sich Reinhold Hörnle bei den Zuschauern für ihre Aufmerksamkeit bedankt hatte, verabschiedete sich der Musikverein Ummendorf musikalisch von den Zuschauern mit der Biberacher Pastorale, arrangiert von Simon Föhr und der Abend klang in geselliger und heiterer Runde aus. Der Musikverein Ummendorf kann stolz auf 140 Jahre gemeinsames Musizieren zurückblicken und sich schon sehr auf hoffentlich noch viele besondere musikalische Momente freuen.

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