Ummendorfer Musiker konzertieren

Von Josef Aßfalg

Ummendorf / sz Ein kurzweiliges Jubiläumskonzert hat der Musikverein Ummendorf am Samstagabend in der Dürnachhalle Ringschnait gegeben. Bedingt durch den Abriss und Neubau der Ummendorfer Halle ist der Musikverein nach Ringschnait ausgewichen.

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Die Klarinetten wussten beim Jubiläumskonzert des Musikvereins Ummendorf zu gefallen. Beeindruckend war der Vortrag der 17-jährigen Natalie Kiekopf (Zweite von rechts) als Solistin.
(Foto: Josef Aßfalg)

Das Jugendblasorchester Ochsenhausen-Ummendorf unter der Leitung von Dimitri Frenkel eröffnete mit „Free World Fantasy“ (Jacob de Haan), gefolgt von der eindrucksvollen Komposition „Chicago Festival“ von Markus Götz. Als Zugabe spielte das Jugendblasorchester das Medley „Tarzan“ mit Titeln der hinreißenden Filmmusik von Phil Collins. Im gut besetzten Jugendorchester gefielen die fünf jungen Herren am Schlagzeug mit rhythmischer Genauigkeit genauso wie die versierten Bläser.

Und dann die „Alten“: Mit hervorragenden Solisten und einem wohlklingenden Orchester ist es Martina Rimmele gelungen, in einer musikalischen Zeitreise einen Bogen zur 140-jährigen Geschichte des Musikvereins zu spannen. Dazu Reinhold Hörnle als genialer Ansager, der zu jedem Stück und jeder Epoche Anekdoten bereit hatte.

Nach den Märschen „In Treue fest“ (Carl Teike) und „Regimentsgruß“ (Heinrich Steinbeck) folgte die weitbekannte Ouvertüre „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé. Theresa Waibel spielte am Altsaxofon die Solopassagen und machte mit solistischer Präsenz auf sich aufmerksam. Mit quirligen Kapriolen, sauber gespielt, wussten die Holzbläser im Allegroteil zu gefallen. In der Dynamik sauber abgestuft und mit runder Intonation erklang das Allegretto im Dreiachtel-Takt.

Der dritte Satz der „Suite International“ (Willi Löffler) mit dem Titel „Fiesta“ entführte die Besucher musikalisch nach Mexiko. Eine bestens gelungene Wiedergabe der schönen und anspruchsvollen dramatischen Fantasie „Titanic“, vom Schweizer Komponisten Stephan Jaeggi, ist Martina Rimmele mit den mehr als 70 Musikern gelungen. Fröhliche, aber auch dramatische Bilder wurden während des Vortrags auf der Leinwand eingeblendet. Die technisch versierte 17-jährige Natalie Kiekopf spielte ausdrucksvoll mit warmem Klarinettenton die Soli. Ein Gänsehautgefühl mit Wehmut vermittelte der vierstimmige Hornsatz im Lied „Näher mein Gott zu dir“ am Ende beim Untergang der Titanic.

Beim Musikfest in Burgau sei dem MV Ummendorf mit „Portrait of a City“ (Philipp Sparke) und dem Dirigenten Robert Stolz der Sprung in die Höchststufe mit 86 Punkten gelungen, bekannte Hörnle. 2008 habe der Musikverein mit Martina Rimmele mit den armenischen Tänzen von Alfred Reed ebenfalls in der Höchststufe 98,3 Punkte von 100 möglichen erzielt. Das sei das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte gewesen, resümierte der Moderator.

Ein langer Applaus wurde mit dem „Biberacher Pastorale“ als Zugabe belohnt. Es werde üblicherweise in der Weihnachtszeit gespielt. „Wir spielen es seit 1945 als Zugabe und denken, dass es auch mal am Palmsamstag erklingen darf“, so Hörnle.

Im Rahmen der Jugendarbeit findet seit 2007 ein Kinderkonzert statt. Zusammen mit der Bläserklasse der Umlachtalschule und dem Blasorchester habe Dirigentin Rimmele am Vortag des Jubiläumskonzerts die wunderbare Reise des Nils Holgersson nach dem Roman von Selma Lagerlöf vorgestellt. Vor der Pause nahm der stellvertretende Vorsitzende des Blasmusikkreisverbandes Walter Schiele die Ehrung verdienter Musiker vor.

(Erschienen: 13.04.2014 17:40)