Im Hinblick auf die vor bald 75 Jahren erfolgte Gründung des Vereins dachte man bereits wieder ans Festen. Da dieses Jubiläum im Rahmen eines Musikfestes gefeiert werden sollte war man der Meinung, dass zweckmäßigerweise eine bedeutende Person des öffentlichen Lebens mit den erforderlichen Verbindungen und Möglichkeiten für das Vorhaben gewonnen werden sollte.

In diesem Sinne wurde 28. Januar 1949 Bürgermeister Karl Röder zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er durfte z.B. - mit mehreren Passierscheinen versehen - nach Tübingen reisen um eine Sondergenehmigung für das Brauen des Festbieres zu erlangen. Im Übrigen stand das Jahr 1949 ganz im Zeichen des 75. Jubiläums. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, unter denen die Vorbereitungen in der damaligen Zeit standen, wurde unermüdlich geplant, gearbeitet und gestaltet und unter Mithilfe der gesamten Bevölkerung konnte am 16. und 17. Juli 1949 das 75jährlge Vereinsjubiläum feierlich begangen werden.

In Verbindung mit einem Musikfest mit Wertungsspiel hat es als das erste Kreismusikfest nach dem Krieg eine große Anzahl von Musikern nach Ummendorf geführt. Insgesamt waren 30 Musikkapellen erschienen, von denen sich 25 am Wertungsspiel beteiligten.

Das Festbankett mit den instrumentalen und gesanglichen Darbietungen und die Wertungsspiele der Gastkapellen verliehen dem Fest eine hohe musikalische Note, so dass es für den Verein und die ganze Gemeinde zu einem schönen Erfolg wurde.

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Die zweieinhalbjährige Besatzungszeit durch französische und marokkanische Truppen bestimmte das öffentliche Leben in Ummendorf. Nach der Aufhebung der Organisationsverbots und der Rückkehr der Kriegteilnehmer begann sich das Vereinsleben wieder zu regen. Am 3. Mai 1947 fand im "Bräuhaus" die Versammlung zur Neugründung des Musikverein Ummendorf statt. Wiederum übernahm Johann Schmidberger die musikalische Leitung des stark geschwächten Vereins. Konrad Angele wurde mit der Leitung des Vereins betraut. Konrad Angele hatte als 1. Vorsitzender die schwierige Aufgabe, unter denkbar ungünstigen Umständen den Verein wieder neu aufzubauen. Trotz aller Schwierigkeiten wirkt der Musikverein Ummendorf im Juli dieses Jahres beim Biberacher Schützenfest mit und veranstaltete außerdem ein Gartenkonzert und ein Standkonzert. Mit der Mitwirkung beim Pfingstgottesdienst, bei dem die Kapelle die Instrumentalbegleitung des Kirchenchores übernahm, fand eine alte Ummendorfer Tradition ihre Fortsetzung. Mit Weihnachtsfeiern, Silvesterständchen und Konzerten wurden alte Bräuche wieder aufgenommen und langsam begann sich das Leben des Musikvereins wieder zu normalisieren. Das Osterkonzert zeigte, dass der Verein bereits wieder beachtenswerte Leistungen aufzuweisen hatte, und auf dem besten Weg war, an den Vorkriegsstand anzuknüpfen.

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Am 5. Januar 1934 wurde der damalige Kurarzt vom Jordanbad, Dr. Otto Mattes, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Damit übernahm ein langjähriger, musikkundiger Freund des Musikvereins die Vereinsleitung und führte den Verein in harmonischer Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Schmidberger zu weiteren Höhepunkten. Dirigent Schmidberger und
Vorstand Dr. Mattes waren ein so erfahrenes Gespann, dass von diesem Zeitpunkt an ein stetiger Aufschwung zu verzeichnen war. Der Ruf des Musikvereins als eine Kapelle ersten Ranges war weit bekannt. Große Erfolge wurden bei Musikfesten in der Oberstufe gegen stärkste Konkurrenz von Stadtkapellen errungen.

Am 10. November 1934 feierte der Verein im schlichten Rahmen, doch in würdiger Weise sein 60-jähriges Vereinsjubiläum. Vielleicht trug die Einflussnahme der nationalsozialistischen Politik jener Zeit dazu bei, dass dieses Fest mehr familiären Charakter hatte, denn man verzichtete auf alle großen Kundgebungen und den Aufwand, den ein großes Musikfest mit sich bringt. Unter den geladenen Ehrengästen wurden die drei noch lebenden Mitbegründer des Vereins Johann Bapt. Hagmann, Nikolaus Dobler und Josef Anton Sauter ganz besonders geehrt, wobei Johann Bapt. Hagmann noch aktiv in der Kapelle mitwirkte.

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Als Ereignis ganz besonderer Art wurde am 10. Januar 1939 die Goldene Hochzeit des Gründungsmitgliedes Johann Bapt. Hagmann gefeiert, der 60 Jahre lang aktiv im Musikverein mitgewirkt hat, Frühjahrs- und Herbstkonzerte, die beliebten Kurkonzerte im Jordanbad, Theaterveranstaltungen und gesellige Abende gehörten ebenso zum "täglichen Brot" der Musiker wie die Mitwirkung bei kirchlichen Anlässen. Vereinsausflüge, die man damals sogar schon über 2 und 3 Tage machte und der Besuch von Konzertveranstaltungen befreundeter Kapellen oder Gemeinschaftskonzerte mit auswärtigen Vereinen belebten das Vereinsgeschehen ungemein.

Der Beginn des 2. Weltkrieges setzte dem außerordentlich regen musikalischen Leben in der Gemeinde seine Grenzen. Wenn auch die regelmäßigen Konzertveranstaltungen zunächst noch beibehalten werden konnten, zeichnete sich doch bald eine veränderte Situation ab, denn immer mehr aktive Musiker wurden zum Kriegsdienst einberufen und zuletzt blieb nur noch ein kleines Häuflein übrig, dessen Hauptaufgabe war, die Trauergottesdienste verstorbener Mitglieder und gefallener Kameraden mitzugestalten. Die Namen vieler aktiver Musiker stehen auf den Gedenktafeln des Kriegerdenkmals. Am 2. Juli 1943 verstarb nach schwerer Krankheit Dr. Otto Mattes, der mehr als neun Jahre mit großem Geschick und Können den Verein geleitet hat. Mit ihm verlor der Musikverein Ummendorf einen Vorstand, dessen Tätigkeit für das Ummendorfer Musikleben beispielhaft ist. Danach wurde Konrad Angele jr. mit der Leitung des Vereins betraut bis das Kriegende 1945 mit dem Organisationsverbot der Besatzungsmächte jegliches Vereinsleben stilllegte.

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