| Konzertkritik Frühjahrskonzert 2009 |
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Aus der SZ vom 02.05.2009 Wenn schon die Jugendkapelle so toll spielt, dann steht in Ummendorf musikalisch wohl alles zum besten. In der mit Stehplätzen übervollen Festhalle zeigte zunächst die Jugendkapelle, was junge Leute an ihren Instrumenten zu leisten in der Lage sind, wenn sie gut motiviert sind. Ihr Dirigent, der temperamentvolle Dimitri Frenkel schafft diese Motivation bei den über 50 jungen leuten, die sich aus den beiden Musikvereinen Ummendorf und Ochsenhausen zusammengetan haben, um gemeinsam ein klangvolles Orchester zu werden. Mit seiner stringenten Stabführung leitet er das Orchester umsichtig und mit klarem verständlichem Gestus. Da weiß jeder, was er wann und wie zu spielen hat. So entsteht von Anfang an ein differenziert ausgearbeiteter Klang, der in vielen Facetten und Farben den Hörer immer fasziniert. Die hoffnungsvolle Klarinetten-Solistin Sandra Keck bestach zudem in ihrer Darbietung von The Wild Cat Blues durch sicheres Stilempfinden und perfekte Rhythmik für diese jazzige und rhythmisch schwungvolle Komposition, wobei sie vom Orchester auf sehr dezente Weise begleitet wurde, sodass man hören konnte, welch hochwertige Jugendarbeit hier geleistet wird, und zu erwarten ist, dass aus diesem Jugendorchester für beide Vereine in Ummendorf und Ochsenhausen qualifizierter Nachwuchs für die Orchester entsteht. In der vom begeisterten Publikum berechtigterweise eingeforderten Zugabe bewies das Orchester noch einmal mit einem ruhigen getragenen Stück, zu welchen Klangvariationen es fähig ist, zumal wenn auch hier solistische Einlagen z.B. am Saxophon deutlich machen, was hier noch an Potential vorhanden ist. Auf höchstem Niveau fesselte dann im zweiten Teil des Konzertes das Blasorchester Ummendorf das Publikum, nachdem Walter Reklau vom Blasmusikverband auf kurzweilige Art viele Musiker und Musikerinnen des Vereins für bis zu 40jährige treue Mitgliedschaft geehrt hatte. Das sorgfältig einstudierte Programm verlangte den Spielern die ganze Palette instrumentaler und musikalischer Fähigkeiten ab. Ein wuchtiger Anfang mit rundem, satten Klang verband sich mit äußerster rhythmischer Präzision des Zusammenspiels in dem Concert Prelude von P. Sparke. Als Gegensatz hat die hochprofessionelle und souveräne Dirigentin Martina Rimmele die Komposition Whispering Wind von M. Aulio gewählt, in der das Orchester von der sanften Brise bis zum aufkommenden Sturm viel klangliche Beweglichkeit zeigte, die sich auch in den hervorragend gestalteten Soli in vielen registern widerspiegelte. Im folgenden viersätzigen Le Mont St Michel von S. Lancen, in dem der Inselberg vor der Normandie aus verschiedenen Blickwinkeln musikalisch dargestellt wird, bewies das Orchester erneut seine Vielseitigkeit. Martina Rimmele arbeitete die sehr differenzierte Instrumentierung durchsichtig und klar heraus, viele klangschöne Soli machten die per Beamer an die Rückwand projizierten Bilder - von der Abendstimmung über die bevölkerte Einkaufsgasse und die friedliche Schafweide bis zum eindrucksvollen Gemäuer der Abtei - hör- und erlebbar. Auf fast magische Weise führte die Dirigentin das Orchester nicht nur deutlich und entschieden, sondern sie schien die ganze Fülle der Musik über den Taktstock und ihre Hände auf das Orchester und seine einzelnen Register zu übertragen. So entstand eine faszinierende Einheit, die auch das Publikum mit einbezog. Die so entstandene Stimmung und Atmosphäre im Saal war einzigartig.Lässiger, lockerer Swing mit viel Charme war das Merkmal des letzten Stückes, des Frank Sinatra Hits Medley von A. Iwai. Der am Anfang des Abends noch dirigierende Dimitri Frenkel widmete sich nun mit Inbrunst seinen Saxophonen und brillierte mit virtuosen Jazz-Soli im Wechsel mit dem ebenfalls sehr stilsicheren jungen Posaunisten Christoph Mohr. Das Orchester und besonders die Schlagzeuger begleiteten angemessen dezent und einfühlsam, und es war ein äußerst angenehmer Klanggenuss. Wenn das Orchester am 30. Mai in Augsburg mit den heute vorgetragenen Werken das Examenskonzert von Martina Rimmele spielen wird, die damit ihr Studium als Orchesterleiterin abschließt, dann kann man getrost und sicher sein, dass das Prüfungsgremium nur in den höchsten Tönen die Arbeit in Ummendorf loben wird. Und nicht nur die herausragende Leistung als Dirigentin ist ein Glücksfall für Ummendorf, sondern auch die Installation dieser beispielhaften Jugendarbeit mit Dimitri Frenkel und seinen KollegInnen und das von M. Rimmele initiierte Klassenmusizieren in der Grundschule. Ummendorf kann gar nicht dankbar genug dafür sein, einen solch hervorragend aufgestellten Musikverein zu haben. Bravo! Weiter so! (Thomas Buse) |



